Corona: Schausteller fordern Ende der Maßnahmen

Volksfeste
Schausteller fordern Ende der Coronamaßnahmen
Werden größere Volksfeste auch im Freien weiterhin nicht stattfinden können? Der Deutsche Schaustellerbund schlägt Alarm – und verlangt, von September an alle Coronabeschränkungen aufzuheben.
»Volksfest muss wieder uneingeschränkt möglich sein«
Der Deutsche Schaustellerbund drängt die Politik, von September an auf sämtliche Coronabeschränkungen für Veranstaltungen und Volksfeste im Freien zu verzichten. »Wir haben die Maßnahmen bis hierhin mitgetragen, doch es reicht«, sagte der Vizepräsident des Schaustellerbunds, Kevin Kratzsch, dem SPIEGEL. »Bei dieser Impflage ist es für uns nicht mehr nachvollziehbar, warum keine Feste und Veranstaltungen im Freien stattfinden dürfen.«

Draußen bestehe kaum eine Ansteckungsgefahr, deshalb sollte es im Herbst wieder möglich sein, auch größere Veranstaltungen stattfinden zu lassen, so Kratzsch. Das Beispiel England zeige etwa, dass bei einer hohen Anzahl von Geimpften in der Bevölkerung zwar die Inzidenzen nach oben gehen könnten, aber die Krankenhäuser nicht überfüllt seien.

Deswegen brauche es auch andere Werte als die Inzidenz, auf deren Grundlage die Politik entscheide. »Wir haben jetzt schon die Situation, dass geplante Veranstaltungen im Oktober aufgrund der Unsicherheit wieder abgesagt werden. Mit dieser Unwägbarkeit können wir nicht in den Herbst gehen«, so Kratzsch.

Die Situation in der Branche der Schausteller sei brenzlig, auch weil man nicht wisse, ob es bei einer Fortführung der Beschränkungen im Herbst weiterhin finanzielle Hilfen vom Staat für die Unternehmerinnen und Unternehmer gäbe.

Während beispielsweise das Oktoberfest in München in diesem Jahr erneut ausfällt, ist der Hamburger Winterdom weiterhin geplant. Dafür sind aber besondere Coronamaßnahmen vorgesehen, der Ticketverkauf hat bereits begonnen. »Die Maßnahmen haben mit einem Volksfest zum Teil nichts mehr zu tun. Volksfest muss wieder uneingeschränkt möglich sein«, sagte Kratzsch dazu.

Zuletzt hatte auch der Verband der Musikspielstätten in Deutschland (LiveKomm) gefordert, angesichts der veränderten Lage wieder mehr Möglichkeiten für Veranstaltungen zu schaffen. Der steigende Impffortschritt und das geringere gesamtgesellschaftliche Risiko müssten sich in Öffnungsschritten und angepassten Maßnahmen abbilden. Die Veranstalter forderten deshalb die Aufhebung der Masken- und Abstandspflicht für Live- und Klubveranstaltungen.

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